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Luciadagen

Gefroren hat es heuer, noch gar kein festes Eis.

Das Bübchen steht am Weiher und spricht so zu sich leis`, ich will es einmal wagen, das Eis es wird schon tragen...

So, wie in diesem Gedicht, standen wir (das sind mein Mann und ich und unsere beiden Hunde) an unserem See der langsam zufriert.

Es ist nicht irgend ein See. Es ist der Flåsjön in Jämtland in Nordschweden.

Es hat uns vor gut drei Jahren hierher verschlagen. Nun ist es schon der vierte Winter für uns. Wir finden Winter toll. Jedenfalls hier in Schweden. Es liegen z.Z. 50cm Schnee und wir hatten letzte Nacht -20°, tagsüber stieg die Temperatur immerhin auf -12° an.

 

13.12.07 17:13, kommentieren

Es ist wieder wärmer geworden. In der Nacht -12°, tagsüber -5°. Das Eis auf unserem See ist an der Uferkante schon begehbar. Heute habe ich den See wieder sprechen gehört. Als ich zum Briefkasten ging ist das Eis an einer Stelle gerissen. Das war ein Geräusch als wenn die Sehne eines Bogens überspannt und dann plötzlich losgelassen wird. Der Riss läuft dann über den See an die andere Uferseite. Jetzt wo das Eis noch sehr dünn ist klingt es hell. Später wird der Ton immer dunkler je dicker das Eis wird. Das Wasser wird den Sommer und Herbst über angestaut. Im Winter wird das Wasser zur Stromgewinnung langsam abgelassen. Da redet der See ständig mit uns. Es kracht und ächzt in einer enormen Lautstärke. Oder es kommt uns nur so laut vor, weil wir fast keine Geräusche der Zivilisation hier hören. Keine Industrie, keine Flugzeuge, keine Autobahn, keine Stadt in der Nähe. Nur Wald, Wiesen, Berge, Elche, Rentiere, Luchse, Wölfe... unser kleines Dorf und der 50 km lange See.

14.12.07 18:55, kommentieren

der Flåsjön im Winter

14.12.07 22:15, kommentieren